Sieben Motivideen: Europas Herbst entdecken
Nebelschwaden, tosende Küsten, goldenes Licht und buntes Laub. Mit diesen sieben Fototipps zeigen wir Ihnen, wie und wo Sie diese Motive am besten einfangen. Herbst pur für Ihre Fotos.
Sie möchten den Herbst genießen, statt ihm zu entfliehen? In Europas Norden begegnet er Ihnen in all seiner Vielfalt. Ob Natur oder Stadt, viele Reiseziele zeigen sich im Herbst noch eindrucksvoller – und weniger überlaufen. Die folgenden sieben Fototipps zeigen verschiedene Techniken, um Herbststimmungen einzufangen. Außerdem unsere Tipps wo in Europa Sie dafür die besten Bedingungen finden.
- Tipp 1: Nebel fotografieren
- Tipp 2: Leuchtendes Herbstlaub
- Tipp 3: Herbstregen in der Stadt
- Tipp 4: Küstenlandschaften im Herbst
- Tipp 5: Abstrakt mit Intentional Camera Movement
- Tipp 6: Holzhäuser im Herbstlicht
- Tipp 7: Wind als Fotomotiv
Nebel im Herbst ist fürs Fotografieren Ihr bester Verbündeter, nicht Ihr Gegner. Schon ein schmales Nebelband, das sich um die Bergspitzen legt, reicht aus, um einer Landschaft Tiefe und Geheimnis zu verleihen – der Gipfel muss dabei gar nicht ganz sichtbar sein. Nutzen Sie ein kleines, klar erkennbares Element wie ein einzelnes Haus oder einen Baum als Maßstab: Vor der Weite aus Berg und Himmel wirkt es winzig und macht die Dimension der Landschaft erst greifbar. Profi-Tipp: Lassen Sie dem bedeckten Himmel bewusst viel Raum im Bild – das ist hier besser als die übliche Drittelaufteilung und unterstreicht die stille Stimmung.
Jede Seite ein herbstlicher Moment: für Ihre schönsten Jahreszeit-Fotos
Bunte Blätter fotografiert jeder – die Kunst besteht darin, es nicht banal aussehen zu lassen. Oft lohnt sich ein erhöhter Standpunkt: Von einem Plateau oder Aussichtspunkt aus wirken verstreute Farbinseln im Wald wie ein Gemälde. Nutzen Sie einen auffälligen Vordergrund (wie hier einen einzelnen leuchtend roten Busch) als Blickfang, der das Auge ins Bild führt, bevor es zu See und Horizont wandert. Bewölktes Wetter ist dabei oft besser als Sonne, weil die Farben gleichmäßiger und gesättigter wirken, statt im harten Kontrastlicht auszufransen. Profi-Tipp: Ein Polfilter hilft gegen Blattglanz und macht Farben satter.
Regen ist in der Streetfotografie kein Grund, die Kamera wegzupacken. Im Gegenteil! Für Aufnahmen wie diese hilft es, bewusst mit Unschärfe zu arbeiten: Fokussieren Sie manuell leicht daneben und nutzen Sie eine offene Blende, damit Lichtquellen zu weichen Bokeh-Kreisen werden, während Personen als Silhouetten erkennbar bleiben. Menschen mit Regenschirmen sorgen für die nötige Kontur vor dem Lichtgewirr. Am eindrucksvollsten wirkt das in Altstadtgassen mit vielen Lichtquellen. Profi-Tipp: Erhöhen Sie die ISO-Empfindlichkeit, falls sich die Silhouetten schneller bewegen, als es die offene Blende allein erlaubt.
Für dramatische Küstenlandschaften braucht es nicht immer Sturm – ein erhöhter Standpunkt und das richtige Licht reichen oft aus. Platzieren Sie eine Person in der Szene, mit Blick in die Landschaft statt in die Kamera – das gibt nicht nur Maßstab, sondern auch eine Blickführung, der man beim Betrachten automatisch folgt. Fotografieren Sie leicht gegen die Sonne, damit sich die Bergketten im Dunst staffeln. Profi-Tipp: Eine kurze Belichtungsreihe hilft, den großen Kontrast zwischen hellem Himmel und dunklen Bereichen auszugleichen.
Skandinaviens Birkenwälder mit ihrem goldgelben Laub eignen sich hervorragend für Intentional Camera Movement, kurz ICM – die bewusste Kamerabewegung während der Belichtung. Wählen Sie eine Verschlusszeit von einer Viertel- bis einer Sekunde und bewegen Sie die Kamera während der Aufnahme sanft vertikal. Das Ergebnis sind abstrakte, malerische Farbstreifen statt scharfer Baumstämme. Am besten gelingt das an wolkigen Tagen, da harte Schatten die Wirkung stören. Profi-Tipp: Ist es tagsüber für die längeren Verschlusszeiten zu hell, hilft ein ND-Filter.
Nordeuropas farbenfrohe Holzhausarchitektur entfaltet ihre volle Wirkung oft erst in der blauen Stunde, kurz nach Sonnenuntergang. Warten Sie, bis die Fassadenbeleuchtung angeht, aber der Himmel noch nicht ganz dunkel ist – dann konkurrieren warmes Kunstlicht und kühles Restlicht miteinander und erzeugen einen Farbkontrast, den reines Tageslicht nicht liefert. Die Perspektive erfasst dabei sowohl die Häuserzeile als auch die Umgebung und gibt der Szene zusätzliche Tiefe. Profi-Tipp: Mit Stativ und etwas längerer Belichtungszeit wird das Wasser ebenmäßiger und liefert eine ruhige, klarere Reflexion.
Viele Menschen bleiben während eines Herbststurms lieber drinnen. Doch sich mal so richtig durchpusten zu lassen, hat nicht nur einen eigenen Reiz, sondern liefert auch Bildmotive, die man bei blauem Himmel nie bekommt. Im Licht der tiefstehenden Sonne wird das stürmische Wetter durch den vom Wind getriebenen Sand sichtbar. Positionieren Sie die Person klein im Bild – das unterstreicht die Ausgesetztheit gegenüber dem Wetter. Profi-Tipp: Wählen sie ein Zoomobjektiv, um flexibel zu bleiben. Bei stürmischem Wetter ist ein Objektivwechsel im Freien nicht ratsam, da Fremdkörper schnell in das Kameragehäuse kommen und die Mechanik schädigen können.
Freuen Sie sich auf den Herbst und entdecken Sie neue Fotomotive, statt sich über nasse und graue Regentage zu ärgern. Ob in der Heimat oder auf Reisen präsentiert sich diese Jahreszeit in all ihren mystischen Stimmungen, stürmischen Tagen und in leuchtenden Farben. Bekanntlich soll es ja nur falsche Kleidung und kein schlechtes Wetter geben.
Viel Freude beim Fotografieren wünscht Ihnen
Ihr Team von CEWE
So besonders, so faszinierend
Ihr CEWE FOTOBUCH voller Glücksmomente
